Museum für Meereskunde, Stralsund

Alles Leben hat seinen Ursprung im Meer

Stralsund liegt zwar nicht direkt auf der Insel, aber ihr gegenüber und ein Ausflug zum Museum für Meereskunde in Stralsund lohnt sich genauso wie ein Ausflug ins Zentrum der schönen Stadt.
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Jetzt soll es aber um das Museum für Meereskunde gehen.
Schon das Gebäude selber ist ein Blickfang.
Es ist beeindruckend wie es den Architekten gelungen ist in die alte gotische Hallenkirche die drei Ausstellungsebenen zu integrieren, ohne den ursprünglichen Charme zu zerstören.

Ursprünglich wurde in den Räumen des ehemaligen Dominikanerklosters im Jahr 1951 ein städtisches Natur-Museum eingerichtet und entwickelte sich vor allem in 60er Jahren zu einem international anerkannten Museum für Meereskunde.
Sehr umfassend und ausführlich widmet man sich hier dem Leben im Meer.

Die vier Themenschwerpunkte sind dargestellt im Meeresmuseum mit den tropischen Aquarien und den meereskundlichen Ausstellungen, dem Ozeaneum mit dem Schwerpunkt der nördlichen Meere, dem Nautineum mit Großexponaten der Fischerei und Meeresforschung und dem Natureum mit dem Bezug zur heimischen Flora und Fauna der Darßer Ostseeküste.

Verschiedene Ausstellungen zeigen die Vielfältigkeit und die Bedeutung der Meere auf.
So gibt es die Ausstellung Meereskunde und Meeresbiologie.
Der Kreislauf des Wassers, die Bedeutung der Weltmeere als Wetterküche und die Grundlage des Lebens auf dem Festland wird in der Vitrine Ohne Wasser, merkt Euch das... sehr anschaulich dargestellt.
Dazu gehört ein etwa 7 m langer Reliefschnitt durch den Nordatlantik – der Bereich zwischen New York und Lissabon wird gezeigt. Hier wird dem Atlantik auf den Grund gesehen.
Auf einem rund 12 m² großen Stück fossilem Meeresboden gibt es ca. 2.300 Schalen verschiedener Muscheln zu sehen.
Und man erfährt, dass das Salz der Meere ausreichen würde, die gesamte Erde mit einer 150 m dicken Salzschicht bedecken könnte.

Eine weitere Ausstellung beschäftigt sich mit den faszinierenden Walen.
Unter anderem können Sie sich unter das 15 m lange Skelett eines Finnwals stellen. Es war ein sehr junges Tier, verirrte sich in die Ostsee und ist 1825 vor Rügen gestrandet. Das Skelett wiegt schon gut 1.000 kg.
Zum Vergleich – ein Blauwal kann die doppelte Länge und 130 Tonnen Gewicht erreichen, das entspricht immerhin etwa 32 Elefanten oder 200 Kühen.
Übrigens ist es gar nicht so selten, dass sich Wale in die Ostsee verirren. Auf einer Karte sind die Fundstellen verzeichnet.
Eine Walart gibt es, die ist in der Ostsee heimisch – das sind die Schweinswale. Sie werden nur etwa 1,80 m lang und gehören damit zu den kleinen Walen.

Der Mensch fischt schon seit Jahrtausenden. In einer Vitrine im Ausstellungsbereich Geschichte der Fischerei sind Fangutensilien wie Harpunen, Angelhaken und Reusenkörbe ausgestellt.
Zur Hansezeit entwickelte sich hier an der Ostsee eine recht bedeutende Heringsfischerei. Aus dieser Zeit stammt das Modell einer Heringsboise – ein damals benutztes über 20 m langes und sehr dickbäuchiges Schiff.
Aber auch andere Modelle aus der Hochseefischerei sind hier zu sehen.

Eine separate Ausstellung beschäftigt sich mit der Fischerei in der ehemaligen DDR in der Zeit zwischen 1945 und 1989. Es ist ein interessantes Zeitdokument der jüngsten Geschichte.
Eine recht neue und sehr wichtige Ausstellung trägt den Namen Mensch und Meer.
Hier wird auf sehr anschauliche Weise das bunte und lebendige Leben in einem gesunden und vom Menschen ungestörten Korallenriff dargestellt. Auf der anderen Seite steht das geschädigte und kranke Riff.
Dabei ist ein gesundes Meer Voraussetzung für das Leben auf der Erde.
Auch in dieser Ausstellung zu sehen ist der Kindergarten der Kaiserpinguine und das Modell des Forschungsschiffes Glomar Challenger  und es wird eindringlich mit Beispielen ermahnt, unser Verhalten endlich zu überdenken.
Die Meere sind leider immer mehr zu großen Sammelbecken für Gift- und Schadstoffe geworden. Die Überschrift der Mahnung ist: „Bedenke – alles fließt ins Meer!“

Ein anderer Teil des Museum beschäftigt sich mit der Ostsee speziell – den dort lebenden Tieren, den Küsten und den Besonderheiten dieses Brackwassermeeres.

Man kann einfach nicht alles beschreiben, was es im Museum für Meereskunde in Stralsund zu sehen gibt.
Es ist überaus interessant, anschaulich und spannend, auch oder gerade für Kinder.
Nehmen Sie sich einen Tag – oder mehr – Zeit und besuchen Sie das Museum.

Öffnungszeiten sind:
Mai – Oktober
täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
November – April
täglich 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr